Top 4 Fahrradtouren Berlin

 

Lutz Hesse

Fahrradtouren durch Berlin mit Start am Potsdamer Platz. Fahrradtour ins Grüne oder in die Berliner Vergangenheit.

Fahrradfahren in Berlin, durch die deutsche Hauptstadt

 

Wer die Hauptstadt mal als waschechter Berliner erleben möchte, der sollte sich auf alle Fälle aufs Fahrrad schwingen. Denn der Berliner fährt Fahrrad! Wir sind zwar nicht die Fahrradhochstadt Deutschlands, das überlassen wir liebend gern den sympathischen Münsteranern, aber dennoch hüpfen wir egal bei welchem Wetter – naja vielleicht nicht immer im Winter - auf unser Drahtesel und flitzen schneller als so mancher Vier-Rad-Motor durch die Stadt.

Potsdamer Platz – die neue alte Mitte Berlins

Um 1838, als der Potsdamer Platz sein Stadttor bekam, wurde er binnen 70 Jahren zur pulsierenden Mitte Berlins. Es entstanden die berühmten Tiergarten-Villen und mehrere Hotels wurden gebaut. In den Goldenen Zwanziger wurde aus dem Potsdamer Platz der Verkehrsknoten Europas. Hier fuhren die S- und U-Bahnen sowie 26 Straßenbahnen und 5 Buslinien ab. Der Potsdamer Platz boomte. 1924 wurde die damals erste Verkehrsampel Europas installiert. Diese findet ihr auch heute noch am Potsdamer Platz. Ihr ahnt es wohl schon, im Zweiten Weltkrieg wurde der einst so belebte Platz fast vollkommen zerstört. Übrig blieb das Weinhaus Huth, welches heute noch an frühere Zeiten erinnern lässt und die Ruine des Hotel Esplanade. Was dann folgte, war die Mauer 1961 womit der Potsdamer Platz zum verlassen, verwelkten Ort und zum breitesten Todestreifen Berlins, dem Grenzgebiet wurde. Erst nach dem Mauerfall 1989 erlebt der Potsdamer Platz seine Auferstehung. Schon bald folgten die ersten Baupläne und das einst so beliebteste Quartier wurde zur größten Baustelle Europas. Heute wenn wir uns umsehen, erkennen wir sofort die Veränderung von alt zu neu.

Fahrradtouren durch Berlin

1. Für unsere Gäste, die Interesse an Geschichte haben (ca. 20 km)

Aufs Fahrrad gehüpft geht es links auf die Ebertstraße. Zu eurer Linken seht ihr den großen Tiergarten und rechts das Holocaust-Mahnmal. Dieser Ort ist zum Innehalten gedacht und lässt nur erahnen, welch schreckliche Zeiten hinter uns liegen. Am Ende der Straße befindet sich auf der rechten Seite das Brandenburger Tor am Pariser Platz. Dieses Tor ist das einzig erhaltene von insgesamt 18 Stadttoren. Erbaut wurde es zwischen 1789 und 1793. Wenn ihr nun links in die Straße des 17. Junis fährt, seht ihr die Siegessäule, die am großen Stern platziert ist. Anlass zur Erbauung der Siegessäule war der Sieg Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg 1864. Mit der letzten Ausfahrt des Kreisverkehrs gelangt ihr zur Spree. Entlang des Tiergarten Kanals habt ihr einen idyllischen Blick auf den Fluss. An dessen Ufer findet ihr das Kanzleramt sowie den Bundestag. Am Reichtagsufer biegt ihr rechts in die Wilhelmstraße ab und radelt bis zur Straße Unter den Linden. Hier seht ihr den Berliner Dom, den Lustgarten und die Museumsinsel. An der großen Kreuzung radelt ihr rechts in die Spandauer Straße und folgt den Straßenverlauf bis zur Oberbaumbrücke. Diese verbindet die Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain. Quer durch Kreuzberg geradelt, gelangt ihr zum Viktoriapark, Kreuzberg. Der Park liegt auf der höchsten natürlichen Erhebung der Hauptstadt. Die Geschichte des Parks begann 1821 mit der Einweihung des Nationaldenkmals für die Siege in den Befreiungskriegen in den Jahren von 1813 – 1815 gegen Napoleon Bonaparte. Das Monument erinnert architektonisch an eine gotische Kathedrale. Die Spitze des Turms ist ein Kreuz, deshalb erhielt der Ortsteil auch später den Namen Kreuzberg. Entlang der Großbeerenstraße stoßt ihr auf die Friedrichstraße und auf den Checkpoint Charlie. Letzterer war der bekannteste Berliner Grenzübergang durch die Berliner Mauer. Dieser führte zwischen 1961 und 1990 vom sowjetischen Sektor zum US-amerikanischen Sektor.

  • Holocaust-Mahnmal
  • Brandenburger Tor
  • Siegessäule
  • Tiergarten Kanal, Kanzleramt, Bundestag
  • Museumsinsel, Berliner Dom, Lustgarten
  • Oberbaumbrücke
  • Viktoriapark
  • Checkpoint Charlie

2. Nördlicher Mauerweg (ca. 5 km)

Schon am Potsdamer Platz begegnet ihr der ältesten Verkehrsampel Europas. Links auf die Ebertstraße abgebogen seht ihr auf der linken Seite den Tiergarten während sich rechts das Denkmal für die ermordeten Juden hervorhebt. Nur ein paar Meter weiter ist das Brandenburger Tor mit seiner Quadriga zu sehen. Weiter in Richtung Wasser überquert ihr die Marschallbrücke. Links entlang der Spree lernt ihr Berlin von ihrer schönen idyllischen Seite kennen - und das in Mitten der Hauptstadt! Vom Kapellen Ufer aus biegt ihr rechts in die Alexanderufer Straße ein, überquert die Invalidenstraße und am Bundeswehrkrankenhaus vorbei geradelt seid ihr dann schon fast am Nordbahnhof. Früher, von 1842 – 1976 trug der Bahnhof den Namen Stettiner Bahnhof und war ein sogenannter Kopfbahnhof, wie auch die Bahnhöfe Hamburger Bahnhof, Potsdamer Bahnhof, Anhalter Bahnhof und Frankfurter Bahnhof. Nachdem der Bahnhof 1877 umgebaut wurde, bekam dieser den Namen Nordbahnhof. Da er Ost - und West - Berlin verbindet, wurde er zu Zeiten der Berliner Mauer geschlossen und zu einem sogenannten Geisterbahnhof. Viele Menschen versuchten über die unterirdischen Bahngleise zu flüchten. Ein Stückchen weiter findet ihr original erhaltene Teile der Berliner Mauer sowie ein kostenfreies Museum. Abgebogen auf die Bernauer Straße, kommt ihr am Mauerpark vorbei. Dieser bildete die Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding. Hier kommen Menschen aus ganz Berlin zusammen, denn jedes Wochenende findet ein sehr bekannter Flohmarkt mit Karaoke und ganz viel Spaß statt.

  • Älteste Verkehrsampel Europas
  • Tiergarten
  • Denkmal für ermordete Juden
  • Brandenburger Tor
  • Gedenkstätte Berliner Mauer
  • Mauerpark

3. Südlicher Mauerweg (ca. 5 km)

Rechts abgebogen auf die Stresemannstraße entdeckt ihr den Martin-Gropius-Bau, das Abgeordneten Haus und das Museum, Topografie des Terrors. Der Martin-Gropius-Bau wurde 1877 - 1881 errichtet, durch den Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1977 - 1981 restauriert. Wenn ihr weiter die Straße hinunterfahrt, gelangt ihr zum Mauermuseum am Checkpoint Charlie. Hier findet ihr eine Ausstellung zur Berliner - Mauer und zum internationalen Kampf für Menschenrechte. Nach dem Museum geht’s im Zickzack zum Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße und über den Engeldamm zur Spree über die Brücke, An der Schillingbrücke. Hier seid ihr am Ostbahnhof in Kreuzberg und wenn ihr rechts entlang der Spree radelt, erreicht die berühmten East Side Gallery. Dort findet ihr noch original erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer, welcher von diversen Künstlern schön verziert wurde. Weiter geht es zur Brücke, der Oberbaumbrücke, welche früher als Grenzübergang diente. Heute verbindet sie die Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain.

4. Fahrradtour ins Grüne (Wannsee) ca. 20 km

Vom Potsdamer Platz fahrt ihr an der Philharmonie vorbei und radelt links quer durch den schönen ruhigen Tiergarten. Was für die Londoner der Hyde Park ist, ist für uns der große Tiergarten. Dort radelt ihr an schönen Blumenbeeten, Mahnmalen und Biergärten vorbei. Angekommen am großen Stern und der Siegessäule, biegt ihr links in die Straße des 17. Junis, entgegen dem Brandenburger Tor bis zum Ernst-Reuter-Platz. Im Kreisverkehr fahrt ihr einfach geradeaus weiter bis zum Bahnhof Kaiserdamm, dann links in den Messedamm. Dieser Straße folgt ihr und während ihr so dahin radelt ändert sich der Straßenname zu Eichkampstraße. Rechts von euch habt ihr einen riesen großen Wald, den Grunewald mit seinen kleinen versteckten Villen. Am Ende des Waldes geht eine Straße nach rechts in den Badeweg ab. Ihr ahnt es, ab da solltet ihr das Wasser schon regelrecht riechen können. Denn nur unweit entfernt befindet sich das Strandbad Wannsee. Hier lässt es sich an warmen Sommertagen entspannen und in Ruhe picknicken.

  • Philharmonie
  • Tiergarten
  • Siegessäule
  • Ernst-Reuter-Platz
  • Kaiserdamm
  • Messedamm
  • Grunewald
  • Strandbad Wannsee

Ich hoffe euch gefällt die ein oder andere Route. Damit ihr nicht verloren geht, bekommt ihr von uns sehr gerne einen Stadtplan und das Fahrrad für das große, Berliner Abenteuer organisieren wir natürlich auch.

 

 

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