Thomas Yoshida Chef Pâtissier

 

Nathalie Grüneberger

Thomas Yoshida, Patissier unseres Vertrauens, hat den begehrten Titel „Patissier des Jahres“ wieder in unser FACIL zurückgeholt. Grund genug, den Mann hinter den süßen Dessertkreationen etwas näher zu beleuchten.

1. Verrate uns doch bitte dein Geheimnis: Was muss man tun, um im Wettbewerb der süßen Künste als Patissier des Jahres hervorzugehen?

Eigentlich kann man selbst gar nicht viel dazu tun, außer natürlich über Jahre hinweg konstant gute Leistungen abzurufen und auch mit der Zeit zu gehen, sich mal was trauen und ein Risiko eingehen. Sicherlich ist es für mich auch von Vorteil, dass ich schon so lange Teil des FACIL-Teams bin. Hätte ich öfters die Restaurants gewechselt, wäre ich vielleicht nicht so oft Patissier des Jahres geworden. Doch letzten Endes muss ich eben darauf vertrauen, dass andere auch meine Leistung anerkennen und mein Name oft genug in den Topf geworfen wird, wenn es an die Wahl des Patissiers des Jahres geht.

 

2. Wie oft bist du jetzt eigentlich schon Patissier des Jahres geworden?

Insgesamt durfte ich mich schon fünfmal „Patissier des Jahres“ nennen. 2012 & 2016 wurde mir dieser Titel durch den Rolling Pin, ein deutschsprachiges Fachmagazin für Gastronomie, Hotellerie und Kreuzfahrtbranche, verliehen. 2016 stimmte Gault&Millau damit überein und 2013, sowie erst kürzlich für 2019, erhielt ich die Auszeichnung „Patissier des Jahres“ durch den Schlemmer Atlas, dem Restaurantführer in der DACH-Region.

 

3. Was hat deiner Meinung nach zu deinem beruflichen Erfolg beigetragen?

Ich habe tatsächlich einfach immer ehrgeizig, konsequent und zielstrebig meinen Weg verfolgt und auch unheimlich viele Bücher gelesen.

 

4. Woher holst du dir die Inspiration für deine süßen Meisterwerke?

Meine größte Inspirationsquelle ist die Natur, darum benenne ich einige meiner Desserts auch direkt nach ihr, wie zum Beispiel „Der Wald“ oder „Der Stein“. Aber auch meine Reisen, wie beispielsweise in die japanische Heimat meiner Frau, sorgen für regelmäßige Kreativitätsschübe. Außerdem habe ich mit der Erfahrung auch Rezepte abgeändert und verfeinert.

 

5. Gibt es eine Lieblingszutat, die du am liebsten in jeder deiner Kreationen verwenden würdest?

Das ist definitiv Kampot Pfeffer aus Kambodscha. Er ist sehr fruchtig und besitzt nur wenig Schärfe. Ich verwende aber auch gern kanadische Moosbeeren oder Cranberries, wie man sie auch nennt. Außerdem bin ich ein Fan der Dulcey Schokolade von Valrhona. Es ist die vierte Schokolade nach der Zartbitter-, der Milch- und der weißen Schokolade und wird die „Blonde Schokolade“ genannt. Das ist weiße Schokolade, die länger conchiert wird und dadurch karamellisiert.

 

6. Deine Kreationen sind alles andere als alltäglich. Was ist deine verrückteste Dessertkombination?

Ich empfinde meine Dessertkombinationen eigentlich nicht als so verrückt. Was dem aber nahe kommt, war ein Dessert mit Kürbis und karamellisiertem Speck, oder sauer eingelegte Pilze zu meinem aktuellen Wald Dessert.

 

7. Süßes Dessert oder herzhaftes Dessert?

Süß!

 

8. Ist dir auch schon einmal etwas richtig missglückt?

In der Tat ist mir schon einmal etwas so richtig missglückt! Auf einem Außer-Haus-Event mit 100 Personen war ich für das Dessert verantwortlich, jedoch war es in dem Raum viel zu warm, sodass die Mousse schmolz und das gesamte Dessert in sich zusammenfiel. Ich hatte keine Wahl, außer das Dessert so wie es war, servieren zu lassen. Das war mir sehr unangenehm und hat mir Nächte darauf noch Albträume beschert.

 

9. Als Tipp für das nächste Date: Welches Dessert zieht bei Frauen immer?

Das ist eine schwierige Frage. Ich schätze: dunkles Schokoladenmousse und Himbeeren.

 

10. Hast du schon einmal daran gedacht, deine Werke in einem Buch festzuhalten? Wenn ja, wann können wir es kaufen?

Ich wurde wirklich bereits gefragt, ob ich ein Buch schreiben möchte, aber ich finde heutzutage gibt es schon so viele Kochbücher, wo überall ähnliche Sachen drinstehen. Wenn dann könnte ich mir nur ein Buch mit dem gesamten FACIL-Team vorstellen, aber das ist unheimlich viel Arbeit.

 

11. Hast du derzeit irgendwelche spannenden Projekte in den Startlöchern? Kann man dich irgendwo außerhalb des FACIL‘s zaubern sehen?

Demnächst soll noch ein Werbespot mit dem Slogan „What drives you“ von Volkswagen erscheinen, in dem ich mitgespielt habe. Über Freunde bin ich in diesem Sommer darangekommen. Auf der Berlinale kochen wir außerdem nur aller 2 Jahre, das heißt in 2019 wird man das FACIL dort nicht zaubern sehen können. Andere Projekte kommen meist spontan.

 

12. Bist du auch privat eine Naschkatze?

Unbedingt! Meine Favoriten sind Milch- oder Zartbitter Schokolade.

 

13. Thomas Yoshida ist eine recht ungewöhnliche Namenskonstellation. Thomas als europäischer Name und Yoshida dagegen asiatisch anmutend- ein Künstlername? ;-)

Bis vor wenigen Jahren kannte man mich noch als Thomas Gläser. Nach der Heirat habe ich den Namen meiner japanischen Frau angenommen- Yoshida. Was in Deutschland ein außergewöhnlicher Name ist, ist in Japan jedoch nichts Besonderes. Was bei uns der „Müller“ ist, ist in Japan eben der „Yoshida“. Der Name bedeutet übrigens so viel wie „glückliches Reisfeld“.

 

14. Wo finden wir dich, wenn du ausnahmsweise Mal nicht an deinen süßen Kreationen arbeitest?

Wenn man so ziemlich den ganzen Tag in der Küche steht, ist es auch einfach Mal schön, nach Hause zu kommen und die Füße hochzulegen. Außerdem verbringe ich gern Zeit in der Natur mit meiner kleinen Familie und bereise fremde Länder, um neue Kulturen kennenzulernen. Mein zweijähriger Sohn lernt zudem gerade das Sprechen und es ist sehr spannend ihm dabei zuzuhören.

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