Stefanie Hering und das weiße Gold

 

Nathalie Grüneberger

Ein weiteres Highlight für Stefanie Hering ist die Zusammenarbeit mit tollen Partnern. Sie findet es sehr spannend zu sehen, wie Köche ihr Porzellan als Bühne nutzen, um die Gerichte darauf in Szene zu setzen.

„Herrn Hesse traf ich auf der Design Messe Maison & Objet in Paris und ich war fasziniert von seinem Blick fürs Detail. Dann habe ich ihn in Berlin wiedergetroffen und unsere Zusammenarbeit nahm ihren Lauf“.

Mit diesen Worten beschreibt Stefanie Hering, Gründerin & Geschäftsführerin von Hering Berlin, der Porzellanmanufaktur, das erste Aufeinandertreffen mit unserem Geschäftsführer, Lutz Hesse, vor ca. 15 Jahren. An dem ästhetischen Resultat dieser wertvollen Zusammenarbeit können sich vor allen Dingen die Gäste unseres mit zwei Michelin Sternen ausgezeichneten Restaurants FACIL erfreuen, denn die Gaumenfreuden, die Küchendirektor Michael Kempf & sein Team kredenzen, werden kunstvoll auf dem Heringschen Porzellan angerichtet.

Eine Marke wird geboren

Dass Porzellandesignerin Stefanie Hering einmal diesen Karriereweg einschlagen würde, zeichnete sich sehr früh ab, denn ihre handwerkliche Begabung zeigte sich bereits zu Kindertagen. Nach Lehre, Gesellenzeit und Studium war es 1992 dann soweit: Die in Stuttgart geborene Designerin eröffnete ihre erste Werkstatt in einer ehemaligen Paketausgabestelle im Prenzlauer Berg. Von Anfang an schlug ihr Herz dabei für das unglasierte, sogenannte Biskuit-Porzellan. Nur Diamant ist härter als das robuste und langlebige Material mit der leicht rauen Haptik und so tat Stefanie Hering etwas, was vor ihr noch niemand gewagt hatte – sie produzierte Biskuit in Serie. Hinzu kommt ihr zeitlos schönes Design mit den klaren Formen, die dem Porzellan ihre unverkennbare Handschrift verleihen. Stefanie Hering liebt es, wenn ihre Stücke mit dem Licht spielen und experimentiert seit jeher in ihrer Produktentwicklung mit den Grenzen des Werkstoffs Porzellan, so etwas bei der Statik der Gefäße.

Am Anfang gab sie sich ein Jahr, um herauszufinden, ob ihre Ideen im Markt und bei Designliebhabern Anklang finden. Das Echo war überwältigend. Mittlerweile ist Hering Berlin eine international bekannte Marke und wird in 35 Ländern vertrieben wird. Über 250 Sterneköche auf der ganzen Welt benutzen ihr Porzellan.

Porzellan für den täglichen Gebrauch

Benutzen ist dabei ein gutes Stichwort, denn Stefanie Hering wünscht sich ausdrücklich, dass dies mit ihrem Porzellan auch geschieht. Schließlich sind ihre Stücke zwar künstlerisch, aber auch hochfunktional und damit viel zu schade, um im Museum oder in der Vitrine zu stehen. Außerdem ist die Herstellung des Geschirrs aus dem weißen Gold sehr aufwändig und geht bis zur Fertigstellung durch gut 80 Hände, denn bei Hering Berlin setzt man noch auf reine Handarbeit made in Germany. Produziert werden die Unikate in einer Manufaktur in Thüringen.

Inzwischen existieren mehrere Geschirrserien mit klangvollen Namen und zu unterschiedlichen Themen. Manche begeistern durch ihre eindrucksvolle Bemalung, andere mit einzigartigen Mustern sowie stets durch ihre charakteristischen Formen.

Ein Becher ohne Henkel aus der Serie „Pulse“ gehört übrigens zu Stefanie Herings Lieblingsstücken. Dass dieser ganz ohne Griff auskommt, liegt daran, dass Biskuit die Wärme weniger leitet und man sich daher kaum die Finger verbrennen kann.

Stefanie Herings persönliche Highlights

Abschließend fragen wir uns, was wohl das Highlight in Stefanie Herings bisherigem Unternehmertum gewesen sein mag? Ist es die Eröffnung der ersten Werkstatt oder die Auszeichnung mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland?

Weder noch: Viel bedeutender ist für sie das jeweils aktuellste Projekt, etwa ihre Kunstausstellung „Din Clay Ton“ im Museum BACC Bangkok, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut entstanden ist. Stefanie Hering zeigt hier erstmals skulpturähnliche Gefäße aus Porzellan und Keramik von bis zu zwei Metern Höhe – eine besondere Herausforderung in der Herstellung und eine ganz neue Dimension der Keramikgestaltung.

Ein weiteres Highlight für Stefanie Hering ist die Zusammenarbeit mit tollen Partnern. Sie findet es sehr spannend zu sehen, wie Köche ihr Porzellan als Bühne nutzen, um die Gerichte darauf in Szene zu setzen. Es bereitet ihr eine ganz besondere Freude, wenn ihr Porzellan als Teil des Ganzen betrachtet wird, beispielsweise wenn unser Patissier Thomas Yoshida ihren blauen Teller als Leinwand für sein Dessert „Die Wolke“ auswählt. Für Stefanie Hering ist das Poesie, getreu ihres Mottos: „Essen ist Kunst! Große Küche ist nicht nur ein kulinarisches, sondern immer auch ein ästhetisches Vergnügen.“

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